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Ratgeber · Aufträge

Fertigungsauftrag und Laufkarte: Definition und Ablauf.

Fertigungsauftrag und Laufkarte werden im Betriebsalltag oft synonym verwendet, sind aber zwei unterschiedliche Dinge mit unterschiedlicher Funktion. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied, wie beide zusammenhängen und wie der Ablauf von der Auftragsanlage bis zum letzten Arbeitsschritt aussieht.

Was ist ein Fertigungsauftrag?

Ein Fertigungsauftrag ist die übergeordnete Einheit: Er bündelt, was produziert oder bearbeitet werden soll – meist für einen Kunden oder eine interne Bestellung. In der Praxis bekommt jeder Auftrag eine eindeutige Nummer, zum Beispiel AUF-2026-0001, unter der sich Status, Termine und später die fertigen Teile nachverfolgen lassen.

Ein Fertigungsauftrag kann aus einem einzigen Werkstück bestehen oder aus mehreren unterschiedlichen Teilen, die gemeinsam an einen Kunden gehen. Genau hier kommen Laufkarten ins Spiel.

Was ist eine Laufkarte?

Eine Laufkarte begleitet ein einzelnes Teil oder Los durch die Fertigung. Sie hängt am Bauteil, am Behälter oder an der Box und zeigt jedem, der sie in die Hand nimmt, was zu tun ist und wie weit das Teil bereits ist. Ein Fertigungsauftrag mit drei unterschiedlichen Bauteilen erzeugt entsprechend drei Laufkarten.

Digital bekommt jede Laufkarte eine eigene ID – in betriebsdesk ein 12-stelliger Hex-Code, der auf das gedruckte Etikett kommt. Diese ID identifiziert die Laufkarte eindeutig, auch wenn mehrere Laufkarten zum selben Auftrag gehören.

Wie Auftrag, Laufkarte und Arbeitsschritte zusammenhängen

  • Fertigungsauftrag: die kaufmännische Klammer, z. B. AUF-2026-0001 – das Nummernformat legt jeder Betrieb selbst fest.
  • Laufkarte: ein Teil oder Los innerhalb des Auftrags, mit eigener Code-ID.
  • Arbeitsschritt: ein einzelner Bearbeitungsschritt auf der Laufkarte, z. B. Sägen, Schweißen, Lackieren, Endkontrolle.
  • Ein Auftrag gilt erst als erledigt, wenn alle Laufkarten und damit alle Arbeitsschritte abgeschlossen sind.

Klassischer Papier-Ablauf vs. digitale Laufkarte

Auf Papier wandert die Laufkarte physisch von Station zu Station. Jeder Mitarbeiter trägt Uhrzeit, Kürzel oder Stempel von Hand ein. Das funktioniert, solange jemand am Ende alle Zettel einsammelt, abheftet und im Zweifel entziffert – Rückverfolgung bedeutet dann Aktenordner durchblättern.

Digital bleibt die Laufkarte als physisches Etikett am Teil, aber jeder Arbeitsschritt hat einen eigenen Barcode. Ein Scan mit der Smartphone-Kamera oder einem Handscanner startet den Schritt automatisch und schreibt den Status live ins System. Der aktuelle Stand jedes Auftrags ist damit jederzeit sichtbar, ohne dass jemand nachfragen oder die Werkstatt abgehen muss.

Häufige Fragen

Ist eine Laufkarte dasselbe wie ein Fertigungsauftrag?+

Nein. Der Fertigungsauftrag ist die übergeordnete Einheit, z. B. ein Kundenauftrag. Eine Laufkarte begleitet ein einzelnes Teil oder Los innerhalb dieses Auftrags. Ein Auftrag kann mehrere Laufkarten enthalten.

Wie viele Arbeitsschritte hat eine Laufkarte?+

Das hängt vom Teil ab – von einem einzelnen Schritt bis zu zehn oder mehr Bearbeitungsstationen. Jeder Arbeitsschritt wird einzeln erfasst und kann einzeln gescannt werden.

Wann gilt ein Fertigungsauftrag als abgeschlossen?+

Erst wenn alle Laufkarten des Auftrags und damit alle ihre Arbeitsschritte abgeschlossen sind. Solange auch nur ein Schritt offen ist, bleibt der Auftrag in Bearbeitung.

Braucht man für digitale Laufkarten einen Spezialscanner?+

Nein. Die Codes lassen sich mit einer normalen Smartphone-Kamera scannen, klassische Barcode-Handscanner funktionieren ebenso.

Kann eine Laufkarte mehreren Kunden zugeordnet werden?+

Eine Laufkarte gehört immer zu genau einem Fertigungsauftrag. Über die Kundenverknüpfung des Auftrags lässt sich aber die komplette Auftragshistorie pro Kunde einsehen.

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